Gewalt in Familien: Sozialarbeiterische Handlungsmodelle unter Berücksichtigung verschiedener Erklärungsansätze (German Edition)

Diplomarbeit, die am 01.11.1998 erfolgreich an einer Universität - Gesamthochschule in Deutschland eingereicht wurde. Einleitung: Schon allein der Ausdruck "Gewalt" in Familien führt uns "ad absurdum". Sollte doch gerade die Familie ein Hort der Liebe und Geborgenheit sein, erscheint uns diese Assoziation als ein unvereinbarer Widerspruch. Aber auch enge soziale Beziehungen sind kein konfliktfreier Raum. Es ist allerdings durchaus positiv zu bewerten, dass der größte Teil der familiären Konflikte friedlich ausgetragen wird. In manchen Situationen kommt es aber leider auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dies ist eine beklagenswerte Realität. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich denke, dass Gewalt in Familien immer noch ein Tabuthema ist und viele Professionelle dieser Problematik oft hilflos gegenüberstehen. In der Sozialarbeit werden wir mit den unterschiedlichsten Formen häuslicher Gewalt konfrontiert, beispielsweise massiven Drohungen und Beschimpfungen, Verwahrlosung, Misshandlung, sexuellem Missbrauch, wobei letzterer eine gesonderte Stellung einnimmt. Leider habe ich im Rahmen dieser Arbeit keinen Raum, mich mit diesem sehr brisanten Thema näher zu beschäftigen, und ich denke, es bedarf einer gesonderten intensiven Auseinandersetzung. Diese Gewalthandlungen können sich gegen alle Familienmitglieder richten, gegen Frauen ebenso wie gegen Männer und Kinder, und sie sind schichtenunabhängig. In der gesamten, von mir durchgearbeiteten Literatur werden Frauen und Kinder als "Opfer", Männer als "Täter" benannt. Dies hat einerseits gesellschaftlich-strukturelle Ursachen (wir leben immer noch in einer männerdominierenden Gesellschaft) andererseits aber auch geschlechtsspezifische Sozialisationsursachen. Bisher standen Schutz und Hilfe der "Opfer" im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion, doch seit einiger Zeit gibt es auch Hilfsangebote für die "Täter", z. B. "Männer gegen Männergewalt" (MgM)