Anleitung Zur ubersetzung Von Texten Aus Dem Altdeutschen

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Anleitung Zur Ubersetzung Von
Texten Aus Dem Altdeutschen
Handreichungen zur Ubersetzung und Transkription von altdeutschen
Handschriften unter besonderer Berucksichtigung der Sutterlinschrift
1. Einleitung: Die Entstehung der Sutterlinschrift aus der altdeutschen Schrift
Fur die meisten stellt allein das Lesen der Sutterlinschrift ein recht groes Problem dar.
Die altdeutsche Schrift ubersetzen zu konnen wird angesichts der bereits vorhandenen
Leseschwierigkeiten zur scheinbar unuberwindbaren Hurde. Doch altdeutsche Schrift
ubersetzen kann jeder. Es erfordert lediglich eine intensive Beschaftigung mit dieser recht
alten Schriftart. Dabei durfte den wenigsten bewusst sein, dass es sich noch nicht einmal
zwingend um die Sutterlinschrift handelt, denn im alltaglichen Gebrauch wird die altdeutsche
Schrift oftmals synonym zur Sutterlinschrift gesetzt. Genau genommen ist die Sutterlinschrift
aber lediglich eine Form der altdeutschen Schrift. Beiden gemein ist, dass sie zu den so
genannten gebrochenen Schriften gehoren. Kennzeichen dieser Schriftart ist es, das die Bogen
der Schrift deutlich erkennbare Wechsel in der Strichfuhrung aufweisen und weniger rund
wirken. Sowohl die altdeutsche Schrift als auch die Sutterlinschrift basieren auf gotischen
Kursiven und nicht wie die lateinischen Handschriften auf humanistischen Kursiven. Auch
ordnet man die altdeutsche Schrift den so genannten Spitzschriften zu (Otto 2010).
Die altdeutsche Schrift wurde bevorzugt zwischen dem 16. - und 20. Jahrhundert benutzt
und zahlt zur Gruppe der Deutschen Schriften. Zu den Deutschen Schriften gehoren die
Deutsche Kanzleischrift (19. Jh.), die Altdeutsche Schrift und auch die Kurrentschrift (18.-19.
Jh.), die Sutterlinschrift (20er-/30er Jahre des 20. Jh.), deutsche Volksschrift (1935-1941) und
die Offenbacher Schrift.
Die Sutterlinschrift, letztendlich basierend auf der altdeutschen Schrift, wurde von Ludwig
Sutterlin im Jahre 1911 erfunden. Die Schrift entstand in so genannten Schreiblehrgangen
fur Volks- und Vorschullehrer, welche er im Auftrag des Preuischen Kultusministeriums
unterrichtete. In diesen Seminaren entwickelte sich nach und nach die Sutterlinschrift, welche
letztendlich im Jahre 1914 fur schultauglich befunden und an den Schulen unterrichtet wurde
(von Polenz 2000). Als besonders schultauglich galt sie allein schon wegen der vereinfachten
Buchstaben, der senkrechten Grundrichtung und der betonten Rundungen, die allesamt das
Schreiben lernen erleichterten (Bredel 2006).
(C) 2010 Metascriptum: Professionelle Ubersetzung Altdeutsch und Ubersetzung Sutterlin
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2. Buchstabenvorlagen der Sutterlinschrift
3. Optimale Transkription der Sutterlinschrift
Die altdeutsche Schrift ubersetzen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, denn man sollte sich
verdeutlichen, dass bereits das Lesen der Handschriften eine enorme Herausforderung fur
den ungeubten Nutzer darstellt. Die Sutterlinschrift kommt meist nur in handschriftlichen
Texten vor und diese sind selbstverstandlich individuell unterschiedlich gepragt. Von daher
muss man sich bereits ein wenig einlesen um mit der an sich schon fremdartigen Schrift
zurechtzukommen.
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Die Sutterlinschrift, welche ihre charakteristischen spitzen Formen aufweist, die zwar
zugiger und formstabiler geschrieben werden konnten und somit schreibtechnisch eine
Erleichterung und Vereinfachung darstellten, kann den Leser oder denjenigen, der die
altdeutsche Schrift ubersetzen darf, vor eine nicht zu ubersehende Problematik stellen. Denn
eben durch diese spitzen Formen kann es dazu kommen, dass bei einem Auftreffen mehrerer so
genannter Buchstaben mit eckigen Formen (c,e,m,n,w), eine eindeutige Unterscheidung nicht
mehr gewahrleistet werden kann. Zum Schreibenlernen allerdings erweist sich die Schriftart
als einfach, da der Strich recht leicht auszufuhren ist (Hofmann 2008).
Um die altdeutsche Schrift ubersetzen zu konnen ist es erforderlich sich zunachst einmal
mit den Grundlagen der Sutterlinschrift vertraut zu machen. Dies geht einher mit dem
vertraut machen der fremdartigen Buchstaben. Des Weiteren bieten sich zur Vertiefung der
erworbenen Kenntnisse einfache Leseubungen an. Wird dies sicher beherrscht richtet man das
Augenmerk in einem zweiten Schritt auf das Schreiben der Sutterlinschrift. Denn erst durch
das eigenstandige Schreiben der Schriftart werden die Buchstaben verinnerlicht. Erst nach
der Beherrschung der Schrift, kann man gezielt handschriftliche Texte, welche naturlich durch
die individuelle Handschrift von der Originalvorlage abweichen, versuchen zu transkribieren.
Wobei die grote Schwierigkeit darin besteht, sich in die jeweilige Handschrift einzulesen.
Beherrscht man jedoch die Sutterlinbuchstaben sicher, stellt die Transkription keine groere
Schwierigkeit dar. Buchstabenvorlagen erleichtern und vereinfachen es die altdeutsche Schrift
ubersetzen zu konnen.
4. Schlussbetrachtung
Selbststandig die altdeutsche Schrift ubersetzen konnen erfordert einen nicht zu
verachtenden Zeitaufwand, da es unabdinglich ist, sich zunachst einmal mit der Schrift vertraut
zu machen. Sie an Hand der Originlavorlagen flussig lesen zu konnen (und bestenfalls auch
schreiben zu konnen) ist eine Grundvoraussetzung fur die fehlerfreie Transkription altdeutscher
Handschriften. Denn um die individuellen Ausformungen der Schriftart lesen zu konnen, ist
es nicht nur erforderlich die fehlerfreien Originalvorlagen zu beherrschen, sondern auch ein
gutes Einlesevermogen zu entwickeln. Denn ebenso wie heute variieren die Handschriften von
Mensch zu Mensch und gestalten ein Entziffern und eine anschlieende Transkription zum
Teil als recht schwierig und langwierig. Scheut man die Arbeit und den notigen Zeitaufwand
zum Erlernen der Schrift jedoch nicht, kann man die altdeutsche Schrift ubersetzen ohne auf
groere Schwierigkeiten zu stoen.
5. Quellenangaben
Bredel,Ursula, Hartmut Gunter, Peter Klotz und Jakob Ossner: Didaktik der deutschen Sprache, Bd.
1, Paderborn 2006
Hofmann,Jens: Kritik bekannter deutscher Schreibschriften, Munchen 2008
Otto, Jurgen R.V. : Maryland, Deutschland Band 4, Eine marchenhafte Liebesgeschichte, Norderstedt
2010
von Polenz, Peter : Deutsche Sprachgeschichte vom Spatmittelalter bis zur Gegenwart Band III 19.
und 20. Jahrhundert, Berlin 2000
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